Eine Zweitimmobilie in Spanien zu finanzieren funktioniert anders als bei einem Erstkauf. Was Banken wirklich prüfen, was Käufer unterschätzen und was den Unterschied macht.
Ihr Einkommen stimmt. Sie wissen, was Sie kaufen möchten. Sie haben die Kaufnebenkosten durchgerechnet. Sie sind vorbereitet.
Dann beginnt die Finanzierung. Und die Bank kommt immer wieder auf die Immobilie zurück, die Sie bereits besitzen.
Nicht auf die monatliche Rate. Nicht auf die verbleibende Laufzeit. Sondern auf ein endfälliges Darlehen, das in einigen Jahren ausläuft, und auf die Frage, wie Sie es zurückzahlen wollen.
Das ist selten die Frage, mit der Käufer rechnen. Aber genau diese Frage entscheidet bei einer Zweitimmobilie oft darüber, ob ein Antrag genehmigt wird.
Sie kaufen eine Immobilie in Spanien. Sie stellen einen spanischen Hypothekenantrag. Sie reichen Unterlagen zur spanischen Immobilie ein, zu Ihrem Einkommen, zu Ihren Ersparnissen.
Und trotzdem dreht sich ein Großteil der Beurteilung um Ihre Situation im Heimatland.
Um die Hypothek, die Sie bereits haben. Um das Darlehen, das vielleicht in drei Jahren ausläuft. Um das, was von Ihrem Einkommen übrig bleibt, sobald alle bestehenden Verpflichtungen berücksichtigt sind. Und um die Frage, was passiert, wenn Sie bald zwei Immobilien besitzen und eine der Verbindlichkeiten ihrem Laufzeitende nähert.
Bei einer Ersthypothek steht die zu finanzierende Immobilie im Mittelpunkt. Bei einer Zweitimmobilie ist die spanische Immobilie das Ziel, aber Ihre bestehende finanzielle Situation ist der Ausgangspunkt der Prüfung.
Dieser Unterschied bestimmt, wie Sie einen Antrag vorbereiten.
Die Unterlagen, die Sie für eine Zweitimmobilie einreichen, sehen auf den ersten Blick genauso aus wie bei einem Erstkauf: Einkommensnachweis, Steuererklärungen, Kontoauszüge, eine Übersicht bestehender Verbindlichkeiten.
Aber die Art, wie eine Bank diese Unterlagen bewertet, ist eine andere.
Beim Erstkauf lautet die Kernfrage: Können Sie die neue monatliche Rate tragen? Beim Zweitkauf ist die Frage weiter gefasst: Wie sieht Ihre gesamte finanzielle Situation aus, und wie wird sie in fünf Jahren aussehen?
Drei Punkte fallen dabei besonders ins Gewicht:
Die laufende Hypothek im Heimatland. Sie wird vollständig in die Schuldenquote eingerechnet. Banken können bestehende Verpflichtungen auf unterschiedliche Weise gewichten. Dieselbe finanzielle Ausgangslage kann daher bei einer Bank anders bewertet werden als bei einer anderen.
Endfällige Darlehen oder Darlehen mit nahendem Laufzeitende. Hier stocken Finanzierungsanfragen in der Praxis am häufigsten. Die Bank möchte wissen, was mit dem Darlehen zum Laufzeitende passiert. Gibt es einen Tilgungsplan? Vermögen, das zur Rückzahlung verfügbar ist? Altersvorsorge oder Rentenkapital? Das ist keine Einkommensfrage. Das ist eine Vermögensfrage, und wer darauf nicht vorbereitet ist, merkt es erst mitten im Antragsprozess.
Alle weiteren festen Verpflichtungen. Eine zweite Hypothek auf eine Immobilie im Heimatland, ein Studienkredit, ein Unternehmenskredit: Alles mit einer monatlichen Verpflichtung fließt in die Berechnung des frei verfügbaren Einkommens ein.
Wie viel Eigenkapital Sie einbringen müssen, hängt direkt davon ab, wie die Bank Ihre bestehende Situation bewertet. Der Eigenkapital-Indikator gibt eine erste Größenordnung auf Basis gängiger Szenarien. Hintergrundinformationen dazu, wie Banken den maximalen Kreditbetrag für Nicht-Residenten berechnen, finden Sie im Artikel Wie viel können Nicht-Residenten in Spanien finanzieren.
In dem Fall, den ich oben beschreibe, wurde der Antrag genehmigt. Nicht weil sich das Einkommen geändert hatte. Nicht weil sich die Immobilie geändert hatte. Sondern weil klar wurde, wie das endfällige Darlehen abgewickelt werden würde, sobald das Laufzeitende näher rückt. Sobald diese Frage beantwortet war, war die Diskussion beendet.
Was wir in der Praxis bei solchen Finanzierungen beobachten: Die unkompliziertesten Fälle sind nicht immer die mit dem höchsten Einkommen. Es sind oft die, bei denen die bestehende Situation klar und nachvollziehbar ist.
Ein hohes Einkommen allein überzeugt keine Bank. Eine Bank muss verstehen, wie alle bestehenden Verpflichtungen zusammenhängen und was am Ende übrig bleibt.
Das erfordert eine andere Vorbereitung, als die meisten Käufer treffen. Wer sich auf die spanische Seite des Antrags konzentriert, aber nicht auf die Situation im Heimatland, riskiert, dass eine Vermögensfrage zu einem bestehenden Darlehen den gesamten Kaufprozess zum Stillstand bringt.
Deshalb beginnt eine gute Vorbereitung nicht bei der Immobilie, sondern bei einem vollständigen Überblick über Ihre bestehende finanzielle Situation. Unsere Checkliste für Hypothekenunterlagen zeigt, welche Dokumente Banken in der Regel anfordern.
Im spanischen Hypothekenprozess werden die Unterlagen am besten vorab durchgegangen: fehlende Dokumente und Fragen wie die oben genannten löst man besser früh, damit die Unterlagen vollständig sind, bevor der Antrag bei der Bank eingeht. Das läuft zwischen dem Käufer, einem ACI-zertifizierten Berater und der Bank.
Casa Connecta erteilt keine Hypothekenberatung und spielt keine Rolle im Hypothekenprozess. Hypothekenberatung und Produktauswahl werden von ACI-zertifizierten Beratern nach spanischem Recht (Ley 5/2019) erbracht.
→ Lesen Sie den vollständigen Hypothekenratgeber für einen umfassenden Überblick über spanische Hypotheken für Nicht-Residenten.
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Fragen zu Ihrem Kaufprozess? Schreiben Sie uns an info@casaconnecta.com. Wir antworten innerhalb eines Werktags, in Ihrer Sprache.
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